Bereits im Sommer dieses Jahres wurde
bekannt, dass eine große Stückzahl von Grafikchips, des Herstellers NVIDIA, fehlerhaft produziert wurden und reihenweise ausfielen. Dabei handelte es sich um einen speziellen Fehler in der Produktion, wodurch die Grafikeinheit bei hohen thermischen Belastungen ausfällt. Deshalb betrifft der Fehler auch nur Notebooks, die mit einer der betroffen Modelle ausgestattet sind. Bisher hieß es allerdings, dass nur Hewlett Packard und Dell betroffen sind, was sich nun als falsch herausstellt. Apple wurde ebenso mit Einheiten aus der fehlerhaften Fertigung beliefert. Verwirrend ist, dass dieser Umstand erst jetzt öffentlich wird, mehrere Monate nach dem eigentlichen bekannt werden des Problems.
Apple gibt nun an, dass Modelle der MacBook Pro Serie mit GeForce 8600M GT betroffen seien. Symptome sind ein verzerrtes, verzogenes oder gänzlich ausgefallenes Bild. Sollte dieser Fehler auftreten wird das Gerät kostenlos repariert, selbst wenn die Garantie schon abgelaufen ist. Sollte schon eine kostenpflichtige Reparatur aufgrund dieses Fehlers stattgefunden haben, will Apple die Kosten erstatten. Ein Firmware-Update zum herauszögern des Defekts, wie es HP und Dell
angeboten haben, gibt es von Apple zum Glück nicht. Der Hersteller zeigt sich anscheinend sehr kulant, den betroffenen Kunden gegenüber.
Es darf jedoch spekuliert werden, wieso dieser Prozess erst jetzt anläuft. Apple gibt als Grund an, dass NVIDIA versichert hätte keine der betroffenen Chargen an Apple geliefert zu haben. Damit wären die Notebooks also nicht betroffen gewesen. Trotzdem verkündet Apple, habe man eigene Untersuchungen angestellt, bei denen auch fehlerhafte Chips gefunden worden. Jetzt stellt sich die Frage, warum nicht gleich gehandelt wurde. Verschärft wird dies, wenn man die genauen Produktionszeiträume betrachtet. Wie im Nachhinein herauskam, wusste NVIDIA spätestens seit November 2007 von dem Problem und stand zumindest mit einigen Kunden deswegen in Kontakt. Die betroffenen Notebooks von Apple wurden im Zeitraum von Mai 2007 bis September 2008 gefertigt, also bis weit nach diesem Datum und auch weit nach dem Datum des allgemeinen bekannt werdens.
Bei heise.de wird
gemutmaßt, dass Apple die Reparaturkosten in Kauf nahm um die Produktion nicht mehr so kurz vor der neuen Generation umstellen zu müssen. Vielleicht identifizierte man bei Apple die bekannten defekten GPUs jedoch schlichtweg nicht als Fälle des Serienfehlers, was aber bei der Professionalität des Business bezweifelt werden darf. Es könnte also sein, dass man bei Apple nicht nach dem Wohl des Kunden handelte, dem schließlich mehr daran liegt einen notwendigen Austausch durchzuführen bevor ein Defekt auftritt, sondern einzig und allein nach den auftretenden Kosten. Zudem hätte es auch so kommen können, dass man die Kosten NVIDIA in Rechnung hätte stellen können. Schlussendlich bleibt ein unglücklicher Umgang mit diesem Problem, der am Ende aber nicht viele Kratzer auf dem polierten Image von Apple hinterlassen wird.
[bb]