Der Flash-Spezialist SanDisk hat auf der WinHEC ein neues Dateisystem
vorgestellt, dass die Performance von Flash-Speicher um Faktor 100 steigern soll. Mit ExtremeFFS will das Unternehmen vor allem an der Schreibgeschwindigkeit arbeiten und damit Windows Vista deutlich beschleunigen. Das Betriebssystem nutzt besonders häufig zufällige Schreibvorgänge, die im Gegensatz zu sequentiellen Schreiben deutlich langsamer sind und eine starke Fragmentierung des Speichermediums verursachen. An diesem Punkt setzt ExtremeFFs an.
Um dem Problem des zufälligen Schreibens an verschiedene physikalische Stellen des Flash-Speichers Herr zu werden, trennt SanDisk den physikalischen Speicher-Vorgang vom logischen Vorgang. Das heißt der Flash-Controller schreibt die Daten verdeckt an die sinnvollsten Stellen auf dem Medium und bietet nach außen nur eine logische Sicht auf das Medium. Folglich müsste auf SSDs in Zukunft auch ein Cache vorzufinden sein, in dem die Daten vor dem schreiben zwischengespeichert werden.
Entfernt dürfte ExtremeFFS damit dem Prinzip von Native-Command-Queuing (NCQ) von traditionellen Festplattem mit Magnetscheiben folgen. Dort optimierte der Controller die Vorgänge mit dem Ziel die Bewegungen des Lesekopfes über den Platten zu reduzieren und dadurch schnellere Zugriffszeiten zu erreichen.
Der Vorteil einer kontrollierten Speicherung liegt darin, dass Daten zusammengefasst und gemeinsam in die Flash-Sektoren geschrieben werden können. Wesentliche Zugewinne verspricht dieses System bei MLC-Speichern, bei denen in den Sektoren immer gleichzeitig mehrere Bits geschrieben und gelesen werden.
Um diesen Vorgang zu optimieren, "lernt" der Flash-Controller bestimmte Gebrauchsmuster und kann dadurch die Zugriffe entsprechend an das Nutzerverhalten anpassen. In der Theorie müsste demnach eine Flash-Festplatte beim Gebrauch auf den Einsatz für große oder kleine Dateien optimiert werden und nach einer gewissen Zeit Performance-Vorteile bei den entsprechenden Schritten bieten. Ob diese Unterschiede allerdings messbar oder gar spürbar sind, lässt sich zur Zeit nur schwer beurteilen.
Auch sonst sieht SanDisk den Markt für Solid State Drives im regen Wandel und erwartet für 2009 bei den SSDs einen Performance-Gewinn um bis zu Faktor 4. Damit wolle man vor allem gegen die 2,5-Zoll-Festplatten deutlich Boden gewinnen.
[rl]