Das Hamburger Landgericht entschied die Frage um den exklusiven iPhone-Vertrieb von T-Mobile zugunsten der Telekom-Tochter. Man habe dem zweijährigen Vertrag mit SIM-Lock keinen unlauteren Wettbewerb feststellen können. Zum Leidwesen von Vodafone, die gegen diesen Zustand vorgehen wollten, mittlerweile aber mit einem Samsung-Handy selbst auf ähnlichem Wege in der Praxis agieren.
Kurzfristig war damit das beliebte Mobiltelefon von Apple für einen Preis von 999 Euro ohne Vertragsbindung erhältlich — dieser Vertrieb soll nun wieder gestoppt werden. Parallel mit der Entscheidung dürften auch Tarife
anderer Anbieter wie Debitel wieder vom Markt verschwinden.
Damit dürfte das Rennen der Provider um das beste Handy gestartet sein. In Zukunft dürften die Netzbetreiber noch stärker an entsprechenden Modellen interessiert sein, um die Zugkraft ihrer Tarife zu stärken, zumal Kunden, die ein bestimmtes Telefon wünschen, wohl auch bereit sind, deutlich höhere Preise zu zahlen. Das Ergebnis wäre ein alternatives Geschäftsmodell im Vergleich zu den immer günstigeren Discount-Preisen ohne Handy.
Schon in der Vergangenheit wurde ermittelt, dass die Kunden ihren Anbieter häufig danach wählten, welches Handy sie erhalten können und erst im zweiten Blick auf die Kosten schauten. Mobilfunkanbieter sind mit diesem Wissen noch stärker von der Attraktivität der Geräte abhängig. Gleichzeitig eröffnen sich für die Hersteller neue Verdienstchancen, wenn sie das Apple-Modell übernehmen und eine Umsatzbeteiligung durchsetzen.
[rl]