Über HT4U.net | Newsletter & Service | Weblinks   RSS Feed
 Style: 1024  |  1280
 
  Nachrichten
Top News: sieben Tage | 30 Tage

 Fehler in neuen AMD-Prozessoren auch bei Opterons und Phenom 9500 und 9600 Modellen

Prozessoren | 05.12.2007, 20:35
Der beiläufig zum Start der Phenom-Modelle angesprochene CPU-Fehler wurde als Grund mit angeführt, warum der Phenom 9700 mit 2,4 GHz Taktfrequenz bis auf Weiteres verschoben wurde. Bislang finden sich noch keine technischen Dokumente zu AMDs neuen Phenom-Prozessoren auf deren Webseiten. Dokumentationen in Form von Errata-Listen sind bei AMD ebenfalls noch nicht vorhanden. In einem Gespräch mit dem TechReport bestätigte AMD nun, dass der Fehler nicht Taktratenabhängig sei, sondern im Prinzip alle bisherigen K10-Modelle betrifft und bis zu 10 Prozent Performance kostet. Somit war sich AMD schon eine Weile vor dem Launch des Phenom darüber im Klaren, dass der Prozessor-Fehler vorliegt.

Im Detail erklärte AMD gegenüber den Kollegen, dass der Fehler sich auf den Translation Lookaside Buffer (TLB) bezieht. Dabei könnte der Fehler bei Virtualisierungs-Workloads entstehen, allerdings könnte das System auch bei anderen Systemlasten abstürzen. Der Fehler soll mit dem kommenden B3-Stepping der Prozessoren in der Hardware gefixt sein und die folgenden Modelle 9700 und 9900 würden dann nicht mehr über den Fehler verfügen. Gar würde man auch Prozessoren mit den Bezeichnungen Phenom 9550 und 9650 veröffentlichen, wobei diese Bezeichnung nur die Abgrenzung zwischen den derzeit erhältlichen 9500- und 9600er-Modellen und dem B3-Stepping — und damit der Fehlerbeseitigung — zum Ziel hat.

Inzwischen habe AMD auch die Auslieferung von Opteron-Prozessoren mit Barcelona-Kern an Hauptkunden und seinen vorrangigen Server-Lieferanten gestoppt. Die beiden Phenom 9500 und 9600 werden allerdings weiterhin an Distributoren und großen PC-Herstellern ausgeliefert.

Einen Hardware-Fix für die auch bei den kleinen Phenom vorliegenden Modelle soll es nicht geben, dafür will AMD den Mainboard-Herstellern allerdings bei der Beseitigung mittels BIOS-Update zur Seite stehen. Jedoch wird über einen geplanten BIOS-Fix dann die TLB-Einheit für den Level3-Cache der Prozessoren deaktiviert. AMD gesteht hier zu, dass dies zu Performance-Einbrüchen von bis zu 10% führen kann - TechReport will von anderen Quellen erfahren haben, dass sich der Performance-Verlust sogar im Bereich von 10 bis 20% bewege.

Ebenso bestätigt AMD, dass die bisher gezeigten Benchmarks der Systeme alle ohne diese Fehlerbeseitigung stattfanden - auch auf dem Benchmark-Event in Warschau sei der Fix noch nicht eingeführt. Über AMDs Tool Overdrive soll es Anwendern ermöglicht werden, bei späteren BIOS-Fixes, den TLB wieder manuell zu aktivieren.

Alles in allem sind die Informationen doch als recht beunruhigend anzusehen und sprechen nicht wirklich für den Hersteller. AMD ist sich der CPU-Fehler bewusst und stoppt nun die Auslieferung der Opteron-Prozessoren um sich im Serversegment nicht zu schaden - gerade dort, wo auch häufiger mit Virtualisierung gearbeitet wird, dürfte sich der Fehler vermutlich am schnellsten bemerkbar machen. Gar wurde der Fehler möglicherweise von dort überhaupt erst gemeldet.

Dennoch stoppt AMD die Auslieferung der Phenom-Modelle für den Endkunden-Markt nicht. Statt dessen erlaubt man Benchmark-Vergleiche, welche den Phenom auf einem Leistungsniveau zeigt, das er nach erfolgten Fix über ein BIOS-Update nicht mehr halten kann - 10% Performance-Einbuße, das ist schon eine Hausnummer, welche man sich bei Taktsteigerungen zu vorgestellten Prozessoren erst einmal mit ca. 200 MHz erarbeiten muss. Es war wohl wirklich höchste Zeit für "Time to market".

Statt die Prozessoren zurück zu ordern (man hätte Sie mit diesem Wissen so wohl erst nicht vorstellen sollen) will man zur Abgrenzung zu den gefixten Modellen dann neue Modell-Namen vergeben - eine wirkliche Sicherheit für künftige Käufer, dass sie kein fehlerhaftes Modell erhalten. Und zu guter letzt der Hinweis, dass das neue Tweaking Tool Overdrive es erlaubt, die problematischen Einheiten wieder zu aktivieren ist doch höchst überraschend. Ist Systemsicherheit und vor allem Stabilität bei Endkundensystemen bei AMD nicht gewünscht? Über Jahre hatte AMD an dem Problem des schlechten Rufes, dass "AMD-Systeme instabiler arbeiten" knabbern müssen, Aufklärungsarbeit geleistet und gegengesteuert, und nun das. Darüber tröstet dann auch kein "unlockter" Phenom Black Edition hinweg.

Ab wann es diese BIOS-Fixes geben wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Bei den Mainboardherstellern gibt es offiziell bislang noch keine entsprechenden Updates, auch nicht für die neuen Mainboards der "Spider-Plattform" mit AMD-Chipsatz.
[pg]


Werbung

Werbung


  Aktuelles



 Preisvergleich

Werbung
Werbung
 



Werbung