Fazit
Wir sind heute dem weißen Kaninchen gefolgt und wir haben die Matrix selbst erfahren. Die Frage, ob man nun lieber die rote oder blaue Pille hätte schlucken sollen, bleibt jedem selbst überlassen.
Grundsätzlich hat Hersteller ASUS mit dieser Karte einiges versucht umzusetzen, was die meisten anderen Produkte nicht bieten. Abgesehen von gelungener optischer Umsetzung kann der Anwender hier nicht nur Taktraten, Temperaturen und Spannungen ablesen, er kann selbst ins Geschehen eingreifen und versuchen das Maximum der Karte auszuloten. Dazu brauchte es aber Entwicklungskunst. Einerseits musste ASUS die Software iTracker, die mehr oder minder gut funktioniert, entwickeln, andererseits wurde ein eigenes PCB erforderlich.
Beides kostet Geld. Die iTracker-Software fanden wir aktuell auf dem ASUS-Server noch nicht zum Download, damit mussten wir mit den Damen tanzen, die wir hatten – sprich die von ASUS per Mail zur Verfügung gestellte Software. Diese funktionierte überwiegend zufriedenstellend, hatte hier und da aber noch Kinderkrankheiten, so dass persönliche Einstellungen nicht immer so übernommen worden, wie wir das beabsichtigten.
Die Feinjustierung des Lüfters lässt zu wünschen übrig. Im Idle-Mode, manuell gesteuert, ist der Lüfter lautlos, da aus, der nächste Sprung zwischen lautlos (aus) und aktiv ist aber 5,6 Volt und diese Lüfterdrehzahl ist nicht lautlos. Sie ist nicht überragend laut, sie ist aber auch nicht sehr leise, was unsere sone-Messungen zeigten.

Man darf sicherlich sagen, dass ASUS bei der Entwicklung der EN9600GT Matrix von AMD und deren HD4850-Modellen, kalt erwischt wurde. Denn – wie zuvor zum Ausdruck gebracht – kostet eine solche Entwicklung Zeit und Geld. Und seit fast 12 Monaten hatte NVIDIA in fast allen Bereichen die Nase vorn. Und mitten im Entwicklungszeitraum dieses Produktes fällt AMD mit ihrer HD4-Familie ein und lässt eben insbesondere im gehobenen Mainstream-Segment NVIDIA das Fürchten lehren. Und dies bezieht sich natürlich nicht nur auf den Preis, sondern eben auch auf die Leistung.
Während aktuell eine GeForce 9600 GT bei ca. 80 Euro startet, ist der beste Preis für eine ASUS EN9600GT Matrix bei ca. 134 Euro zu finden. Eine AMD HD 4850 kostet hingegen aktuell ab ca. 123 Euro. Im Ergebnis stellt dies für ASUS ein Problem dar, denn die HD 4850 spielt in einer anderen Liga und lässt leistungstechnisch eine GeForce 9600GT – keine schlechte Karte, keine Frage – alt aussehen.
Und an der Stelle hat die Matrix nichts entgegenzusetzen. Auch im Bereich Lieferumfang fällt das Produkt mager aus und zeigt dann – trotzt des stolzen Preis – nur das allernötigste. Und so dürfte es geschehen, dass die Matrix von ASUS im X-Akten-Archiv verschwindet und möglicherweise irgendwann auf dem Tisch von Agent Mulder landet. Und es könnte darum auch passieren, dass sich ASUS, wie die meisten anderen Hersteller, sehr deutlich überlegen könnte in Eigenentwicklungen bei Grafikkarten zu investieren, denn dafür ist der Markt einfach zu schnelllebig und birgt zu viele Überraschungen.




ASUS EN9600GT Matrix (Besser spät als nie?)

